Pfarrkirche St. Augustinus Stopfenheim
Stopfenheim -während der fränkischen Landeinnahme gegründet und damals im Sualafeld gelegen - ist heute ein Ortsteil der Stadt Ellingen . Der Ort ist erstmals namentlich( nicht urkundlich!) 894/ 895 erwähnt in den „Miracula S. Waldburgis Monheimensia“.
Die heutige Kirche ist die vierte Pfarrkirche in Stopfenheim. Die ersten beiden Kirchen sind im „Pontifikale Gundekarianum“ erwähnt .Die erste Kirche wurde zwischen 1057 und 1075 vom Eichstätter Bischof Gundekar II., die zweite zwischen 1182 und 1196 von Bischof Otto geweiht. Mit dem Bau der dritten Pfarrkirche wurde 1484 begonnen; dies ist auf einer Sandsteintafel am Chorhaupt der jetzigen Kirche außen angegeben. Von dieser Vorgängerkirche wurden Teile der Ausstattung in den neuen Kirchenbau übernommen, die heute mit zu den künstlerisch wertvollsten Gegenständen der Pfarrkirche gehören.
Daten zur Baugeschichte der jetzigen Pfarrkirche St. Augustinus:
| Grundsteinlegung: |
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22. Juni 1773 |
| Bauzeit: |
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1773-1775 |
| Bauherr: |
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Deutscher Orden; er gab die stattliche Summe von 16.000 fl (=Gulden) |
| Baumeister: |
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Pinther (Binder) Matthias, letzter bedeutender Deutschordensbaumeister in Ellingen. |
| Bendiktion (Segnung): |
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21. November 1775 |
Konsekration
(Kirchenweihe) |
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29. September 1867 |
| Patrozinium: |
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28. August |
Die Kirche außen:
Die Kirche weist ein klare, einfache Gliederung mit Turm, Langhaus und eingezogenem, gerade geschlossenem Chor auf. Der im klassizistischem Stil errichtete Turm besteht aus Sandsteinquadern, die Wände sind aus verputztem Mauerwerk errichtet, gegliedert durch hohe Fenster mit Hausteinumrahmung. Die Ostseite der Kirche ist reichlich ausgestattet, sie kündet gebündelt vom Programm des Deutschen Ordens: Im Erdgeschoß des Turmes steht in einer hohen Nische die Hauptpatronin des Ordens, eine überlebensgroße MARIA IMMACULATA. Zu beiden Seiten sieht man - ebenfalls in Nischen - die beiden anderen Ordenspatrone: Rechts die HL. ELISABETH VON THÜRINGEN als Symbolfigur für die caritativen Aufgaben des Ordens, links den Ritter ST. GEORG als Symbolfigur für den Kampf gegen die Heiden. Die Steinfiguren schuf Leonhard Meyer aus Ellingen. Das erste und dritte Turmgeschoß schließt ab mit Zahnschnittgesims, einem Kennzeichen des Klassizismus, das im Kircheninnern wieder zu sehen ist.
Im zweiten Turmgschoß sind die Wappen der damaligen Gebieter des Deutschen Ordens angebracht: Unten das Wappen des Landkomturs der Ballei Franken, des Freiherrn von Lehrbach (1765- 1787), oben - gemäß der Ordenshierarchie - das Wappen des damaligen Hochmeisters des Deutschen Ordens, des Herzogs Carl Alexander von Lothringen (1761-1780). Die Kuppel mit Laterne bekrönt ein nachgestaltetes Deutschordenskreuz.
Der Grundstein der Pfarrkirche befindet sich am Chorsockel außen links mit der Innschrift: MB 1773 MB (MB = Matthias Binder, der Baumeister, 1773 = Beginn des Kirchenbaus)
Die Kirche innen:
Beim Betreten der Kirche öffnet sich dem Besucher ein geräumiger, hoher, lichtdurchfluteter Raum (Langhaus: 22,65 m x 14,75 m; Chor: 11,55 m x 7,70m). Die Saalkirche hat eine Spiegeldecke. Das Langhaus besteht aus vier Fensterachsen, wobei die hintere Achse durch die Empore verstellt ist. Im Chor, der zwei Achsen aufweist, befinden sich beiderseits Sakristeiräume, darüber Oratorien. Unterhalb der Decke zieht sich um den Kirchenraum ein ausladendes Gesims mit Zahnschnitt. Die Wände sind durch marmoriere Pilaster gegliedert.
Auf dem Altarbild ist der Hl. Augustinus abgebildet.
Aurelius Augustinus, 387 von Ambrosius in Mailand getauft, ab 396 Bischof von Hippo in Nordafrika, gilt als der bedeutendste Kirchenlehrer des Abendlandes, der durch seine Schriften noch heute die Theologie beeinflusst. Seine Abhandlung „De Trinitate“ (Von der Dreieinigkeit) war wohl das Motiv für das prächtige Hochaltarbild.
(Auf dem Mantel sind die Apostelfürsten
Petrus und Paulus mit ihren Attributen dargestellt:
Petrus mit dem Schlüssel, Paulus mit dem Schwert.)
Die Deckengemälde:
Sie stammen alle vom Historienmaler Wilhelm Asselborn, der sie in den Jahren 1863/64 schuf. Erst nach Fertigstellung wurde die Kirche 1867 feierlich eingeweiht. Im Kirchenschiff ist zu sehen das große Gemälde Christi Himmelfahrt (Mk. 16,19; Apg. 1,9.
An den Seiten sind die Evangelisten mit ihren Symbolen und die vier abendländischen Kirchenlehrerdargestellt. Links: Markus (Löwe), Johannes ( Adler), Augustinus (354-430) mit Buch, Mitra und Bischofsstab, Papst Gregor der Große (540?-604) mit Tiara und Buch;. rechts: Matthäus ( Engel), Lukas ( Stier), Ambrosius mit Mitra, Buch und Bischofsstab Hieronymus (347-419) mit Schreibfeder und Buch.
Am Übergang zum Chor sind gemalt die Diözesanpatrone Willibald (700-787) mit Rationale, Mitra und Bischofsstab und Walburga (710-779) mit Äbtissinnenstab, Buch und Ölfläschchen (Walburgisöl). Im Chor ist die Geburt Christi (Lk. 2, 1-20) zu sehen, wohl die beste Schöpfung Asselborns.
Stopfenheim hat mit der Pfarrkirche St. Augustinus ein stattliches Gotteshaus. Seine Pracht verdankt es der Zugehörigkeit zum Deutschen Orden (1566-1789). Es ist hier problemlos gelungen, verschiedene Kunstrichtungen (Barock, Klassizismus, Historienmalerei) harmonisch miteinander zu verbinden. Nach der gründlichen Außen- und Innenrenovierung (abgeschlossen 1987) stellt die Kirche ein besonderes Juwel im Fränkischen Seenland dar. Ein weiteres interessantes barockes Bauwerk ist die Stopfenheimer Deutschordensvogtei (von 1716).
St. Nikolaus Dorsbrunn
Die schön am Hang gelegene Kirche befindet sich am Rande der Ortschaft Dorsbrunn. Sie wurde zwischen den Jahren 1182 und 1188 von Bischof Otto von Eichstätt geweiht. Die heutige Anlage geht auf das spätere Mittelalter zurück (1767 umgestaltet). Der sehenswerte Friedhof ist von einer wehrhaften Mauer umgeben. Im Inneren der Kirche befindet sich der barocke Hochaltar (18. Jh.) mit einem Bild des Kirchenpatrons Nikolaus. Die Kirche ist nur zu den Gottesdienstzeiten geöffnet.

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